"Ich lebe! Das ist ein Wunder G'ttes"
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Mina
Markus
Jakob und Frieda
Oskar
Salo
Leon
Jakob, Oskar, Salo und Leon Blechner etwa 1918 in München, der Heimat der Blechners für drei Jahrzehnte. Die Bar-Kochba-Jugendmannschaft, in der Salo (3. Reihe, 2. v. rechts) und Leon (1. Reihe rechts) spielten, 1929. Salo in Sommer 1931. Mina Blechner vermütlich in Firmenwagen von Markus "Agentur und Vertrieb von Schuhbedarfsartikeln". Leon, Salo und Oskar im Urlaub am Wannsee in Berlin 1933.
Salo, Frieda und Jakob bei einem Ausflug in Bad Tölz.
Jakob arbeitete für das Geschäft seines Vaters  als Vertreter.
Friedel und Salo vor dem neu erbauten "Haus der Kunst."

Die Neue Heimat - Jüdisches Leben in München zwischen den Weltkriegen

Mordechai/Markus Blechner kommt 1910 nach München. 1914 folgt ihm seine Frau Mina mit den Söhnen Jakob und Oskar, die noch in Galizien geboren wurden. In München kommen Salo und Leon zur Welt. Die Familie lebt in der Münchner Isarvorstadt, einem von den jüdischen Einwanderern aus Osteuropa bevorzugten Wohnviertel.

1910 sind trotz der seit Ende des 19. Jahrhunderts gestiegenen Zuwanderung nur 1,9% der Münchner Bevölkerung jüdischen Glaubens. Von diesen 11 083 Menschen stammten etwa 20% aus Osteuropa. Sie bilden innerhalb der Münchner jüdischen Gemeinde eine eigene, lange benachteiligte Gruppe. Nach dem Ersten Weltkrieg wird infolge des aggressiven Antisemitismus die Kluft zwischen der eingesessenen liberalen Gemeindemehrheit und der orthodoxen Minderheit langsam überwunden. 1931 eröffnen die osteuropäischen Juden eine eigene Synagoge in der Reichenbachstraße, zu deren Mitgliedern auch die Blechners gehören.

Markus Blechner verdient wie viele Juden der Isarvorstadt als Kaufmann den Lebensunterhalt der Familie. Erfolgreich handelt er mit Schuhbedarfsartikeln. Auch seine beiden Söhne Jakob und Oskar arbeiten in dem Geschäft mit. Jakob besucht die Kunden seines Vaters als Vertreter und fährt dafür bis in die Traunsteiner Gegend und bis nach Neuötting in Oberbayern.